Bauhaus Meister Moderne

Das Comeback

29.09.2019 — 12.01.2020

Die große Sonderausstellung vereint hochkarätige Meisterwerke aus internationalen Sammlungen mit bislang selten bzw. noch gar nicht gezeigten Werken. Sie ist die zentrale Kunstausstellung Sachsen-Anhalts und damit neben der Eröffnung des neuen Bauhaus Museums in Dessau einer der Höhepunkte in Sachsen-Anhalt im Jubiläumsjahr „100 Jahre Bauhaus“.

 

Die Rekonstruktion der ersten Sammlung moderner Kunst – Die Aura des Originals

Bis zum Jahr 1933 galt die Sammlung des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) als eine der führenden in Deutschland für die zeitgenössische Kunst – die heutige klassische Moderne. Die beiden Museumsdirektoren Max Sauerlandt und Alois J. Schardt brachten das Haus mit ihrer klugen Ankaufsstrategie in die oberste Liga der Museen in der Weimarer Republik, die sich programmatisch der Avantgarde widmeten. Das hallesche Museum wurde damals gleichberechtigt mit der Moderne-Sammlung der Berliner Nationalgalerie im Kronprinzenpalais Unter den Linden genannt.

Die Aktion „Entartete Kunst“ der Nationalsozialisten im Sommer 1937 bereitete mit der Beschlagnahme von 147 Werken dieser herausragenden Entwicklung ein Ende. Die Zahl der verlorenen Werke ist zwar verglichen mit der anderer Museen keine sehr große, jedoch entfernten die Nationalsozialisten mit dem Entzug der Werke das Kernprofil des Museums – nahezu ausschließlich Gemälde und Aquarelle von höchster Qualität – ein Verlust, der bis heute nicht ausgeglichen werden konnte, auch wenn das Museum seit 1990 15 Arbeiten wieder zurückerwerben konnte. 2019 kehren für die Zeit von dreieinhalb Monaten zahlreiche der verlorenen Arbeiten als Leihgaben aus öffentlichen und privaten internationalen Sammlungen wieder zurück und lassen zusammen mit den 1937 nicht beschlagnahmten Werken die Sammlung von einst wieder erstehen.

Auf einer Fläche von rund 1.000 qm im 1. Obergeschoss des zentralen Westflügels der Moritzburg sind ca. 350 Objekte der bildenden und angewandten Kunst zu sehen, die zwischen 1908 (Anstellung von Max Sauerlandt und Beginn des Aufbaus der Sammlung moderner Kunst) und 1938 (Ende der Amtszeit von Hermann Schiebel und damit Ende des Erwerbs moderner Kunst) erworben wurden. Mit dem Amtsantritt von Robert Scholz, einem überzeugten Nationalsozialisten des völkisch-nationalen Flügels der NSDAP, endete 1939 vorerst die Ära der Moderne im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale). Unter den ausgestellten Werken befinden sich Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen von Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde, Paul Klee, Wassily Kandinsky, Oskar Kokoschka, Erich Heckel, Oskar Schlemmer, El Lissitzky, George Grosz und vielen anderen Künstlerinnen und Künstlern. Zum Teil sind die Leihgaben aus den USA, Europa und Japan erstmals überhaupt öffentlich zu sehen, zum Teil kehren sie seit den 1970er/80er Jahren erstmals wieder nach Deutschland zurück.

Einer der Höhepunkte der Sammlungsrekonstruktion ist die Wiedervereinigung von 7 der einst 11 Gemälde des Halle-Zyklusses von Lyonel Feininger. Zu den 3 Gemälden aus der Museumssammlung, Roter Turm I, Marienkirche mit dem Pfeil und Der Dom in Halle, kommen hinzu: Am Trödel, Marienkirche I, Roter Turm II und Marktkirche in Halle.

Darüber hinaus wird die Entwicklung der Sammlung angewandter Kunst erstmals mit Fokus auf das zeitgenössische Kunsthandwerk der Moderne erlebbar, beginnend mit einer zunächst kleinen Sammlung v. a. französischer Künstler von Max Sauerlandt über Alois J. Schardts Ausbau mit Künstlerinnen und Künstlern, die bis 1933 an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle wirkten, zur programmatischen Etablierung der Sammlung „Kunsthandwerk unserer Zeit“ durch Hermann Schiebel ab 1935.

Walter Gropius‘ Kunstmuseum für Halle (Saale)

Ein virtuelles Museumserlebnis

1927 nahm Walter Gropius am Architekturwettbewerb der Stadt Halle (Saale) für eine moderne Stadtkrone teil. Aufgabe war es, auf einem Gelände von 10 Hektar hoch über der Saale einen Gebäudekomplex zu planen, bestehend aus einer multifunktionalen Konzert- und Kongresshalle, einem modernen Sportforum und einem neuen Kunstmuseum für die herausragende Sammlung in der Moritzburg. Gropius‘ Entwurf wurde mit keinem Preis bedacht. Er war zu visionär und seiner Zeit voraus. Die geplante Stadtkrone wurde nie realisiert.

Nach einer ersten Vorstellung des gesamten Wettbewerbs in einer Ausstellung des Museums im Jahr 2011 sind acht Jahre später dank einer Kooperation mit dem Studiengang Multimedia|VR-Design der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle mithilfe moderner Virtual-Reality-Technologie erstmals das Stadtkronen-Gelände sowie vor allem das von Walter Gropius entworfene Kunstmuseum begehbar. In einer beeindruckenden virtuellen Präsentation kann Gropius‘ visionärer Museumsbau mit einer Ausstellungsfläche von 3.000 qm durchschritten werden. Im Inneren dieses beispielhaften Museumsprojektes des Neuen Bauens entfaltet sich die komplette Sammlung der Moderne des halleschen Museums, wie sie zum einen bis 1937 bestand und zum anderen mittels der originalen Werke heute nicht mehr vollständig rekonstruierbar ist. Dafür wurden nahezu 500 Kunstwerke gescannt, fotografiert und in 3D modelliert sowie in die neuen virtuellen Ausstellungsräume integriert.

Das virtuelle Gropius-Museum setzt den Ausstellungsrundgang über eine temporär dem Erweiterungsbau des Museums aus dem Jahr 2008 hinzugefügte Treppe auf der Empore mit dem sogenannten Fenster zur Stadt fort, durch das man auf jene Hauptwerke der Architekturgeschichte der Stadt Halle (Saale) blickt, die die Motive des Gemälde-Zyklusses von Lyonel Feininger bilden – ein Ausstellungs- und Museumserlebnis sondergleichen!

Weitere Informationen zum VR-Projekt der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle erhalten Sie hier:

Unser Ausstellungstipp:

HÄNGENDE GÄRTEN
Eine Stadtkrone für Halle von Walter Gropius
in virtueller Realität

15.09.2019 — 19.01.2020

Ausstellung im Volkspark Halle
Di bis So | 14 –19 Uhr | Eintritt frei

 

Wie hätten sie ausgesehen, die Hängenden Gärten, die der Architekt und Bauhaus-Gründer Walter Gropius 1927 im Rahmen des Wettbewerbs für eine Stadtkrone mit Stadthalle, Museum und Sportforum auf Lehmanns-Felsen entworfen hat?

Erleben Sie nahe des ursprünglich geplanten Standortes eine der spektakulärsten Architekturen der Moderne als interaktive und „begehbare“ VR-Installationen.

Die Bauhaus-Meister

Meisterwerke der Avantgarde

Im 2. Obergeschoss des Westflügels der Moritzburg wird die Ausstellung mit einem dritten Teil abgerundet, der sich der künstlerischen Entwicklung der Bauhaus-Meister Wassily Kandinsky, Paul Klee, Lyonel Feininger, Oskar Schlemmer und Georg Muche widmet.

Alle fünf Maler waren und sind mit repräsentativen Werken noch heute in der Sammlung des Museums vertreten. Mit selten und zum Teil erstmals zu sehenden Meisterwerken aus internationalen Sammlungen wird ihr Schaffen während der 14 Jahren des Bestehens des Bauhauses in Weimar, Dessau und Berlin in einer eindrucksvollen Inszenierung erlebbar.

ROT, GELB, BLAU

Das Bauhaus für Kinder

Die interaktive Ausstellung „rot, gelb, blau. Das Bauhaus für Kinder“ im Kabinett der sogenannten Westbox richtet sich an Kinder von 6 bis 12 Jahren und steht unter dem Motto: Das Bauhaus war eine Schule!

Meister des Bauhauses standen Pate für die verschiedensten Exponate. So können die jungen Museumsgäste Bilder von Lyonel Feininger nachempfinden und auch Formen selber zusammenstellen, Licht, Farbe und Schatten erleben in einer Station von László Moholy-Nagy, groß zeichnen wie Johannes Itten, sich verkleiden und tanzen wie die Figuren von Oskar Schlemmer, weben wie Gunta Stölzl, Metallstäbe biegen wie Marcel Breuer und Mart Stam und der Form eines Stahlrohrstuhles mit einem „elektrischen Draht“ nachspüren. Im Büro von Walter Gropius werden Meisterhäuser im Maßstab gebaut, auch können typische Materialien, die am Bauhaus verwendet wurden, erspürt und in der Druckerei eine Schablonenschrift à la Joost Schmidt kreativ angewandt werden. An einer Hörstation gibt es Geschichten über die Akteure am Bauhaus zu erfahren.

Die Exponate und die Ausstellung wurden konzipiert, gestaltet und umgesetzt von 14 Studierenden des Studiengangs Spiel- und Lerndesign der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle unter der Leitung von KM Stefanie Kretschmer und Prof. Karin Schmidt-Ruhland.

Kandinsky Edition

Weltpremiere in Zusammenarbeit mit der Porzellanmanufaktur Meißen

In der Sammlung des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) befinden sich seit den 1920er Jahren sechs Dekorentwürfe von Wassily Kandinsky für Tassen und Teller, die nie umgesetzt wurden. Gemeinsam mit der Porzellanmanufaktur Meißen wurden knapp 100 Jahre nach ihrer Entstehung diese Entwürfe erstmals vollständig realisiert. In einer limitierten Edition sind drei Sets aus Tasse und Untertasse sowie ein großer Teller in aufwendiger Handmalerei zu erwerben. Zwei Henkelbecher und ein Schalenset dekoriert in einem hochwertigen Druckverfahren können in einer unlimitierten Edition erworben werden.

Öffnungszeiten

Montag10–18 Uhr
Dienstag10–18 Uhr
Mittwochgeschlossen
! 20.11.2019
! 08.01.2020
10–18 Uhr
10–18 Uhr
Donnerstag10–18 Uhr
Freitag10–18 Uhr
Samstag10–18 Uhr
Sonntag10–18 Uhr
  
Feiertage10–18 Uhr
24.12. und 31.12.geschlossen

Eintritt

12 Euro | erm. 9 Euro
Das Ticket ermöglicht den Besuch des gesamten Museums mit der großen Sonderausstellung auf 1.500 qm sowie den Teilen der Sammlungspräsentation Wege der Moderne zur Kunst der Sezession um 1900 und in der SBZ/DDR zwischen 1945 und 1990.

Online-Ticket

Im Ticketshop der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt können Sie die Eintrittskarten zur Sonderausstellung bequem im Vorfeld erwerben:

Dauerticket

35 Euro | erm. 30 Euro
Das Ticket ist nur an der Museumskasse erhältlich und berechtigt zum unbegrenzt wiederholten Besuch der Ausstellung während der Laufzeit.

Gruppenpreise und Ermäßigungen

Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr.

Für Gruppen ab 10 Personen (Preis p. P.) und zur „Blauen Stunde" (ab 17 Uhr) gelten die ermäßigten Eintrittspreise.

Informationen zu den ermäßigten Eintrittspreisen

Audioguide

2 Euro (Pfand 5 Euro)

Besucheradresse

Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)
Friedemann-Bach-Platz 5
06108 Halle (Saale)

Barrierefreiheit

Das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) ist barrierefrei zugänglich. Mittels Fahrstuhl und Treppenlift sind alle Ausstellungsräume sowie die Garderoben- und Toilettenbereiche für Personen mit körperlichen Einschränkungen barrierefrei zu erreichen. An der Museumskasse steht ein Rollstuhl zur Ausleihe zur Verfügung.

Parken

Parkplatz Friedemann-Bach-Platz
73 Parkplätze direkt vor dem Museum, kostenpflichtig

Weitere Parkmöglichkeiten in der InnenstadtKarte mit Parkmöglichkeiten in der Innenstadt

Reisebusse

Parkplatz Friedemann-Bach-Platz
zwei Stellplätze für Reisebusse direkt vor dem Museum

Karte mit Parkmöglichkeiten in der Innenstadt

Nah-und Fernverkehr

Sie erreichen uns über den Hauptbahnhof Halle mit den Zügen des Nah- und Fernverkehrs. Die Stadt Halle (Saale) ist u. a. durch die neue ICE-Strecke Berlin–München und die S-Bahn Mitteldeutschland bestens angebunden. Vom Hbf bringt Sie die Tram-Linie 7 (Richtung Kröllwitz) direkt bis zur Haltestelle Moritzburgring, von hier sind es nur wenige Schritte bis zum Eingang des Kunstmuseums.

Individuelle Führungen | Führungen für Reisegruppen


Teilnehmerzahl
bis 25 Personen je Führungsgruppe
(Gruppen können auch parallel geführt werden)

Führungsdauer
ca. 1,5 h oder individuell nach Absprache

Kosten
Eintrittspreis pro Person + Führungsgebühr pro Gästeführer

Führungsgebühr
Mo, Di,
Do, Fr
deutsch 60 Euro | englisch oder französisch 70 Euro
Sa, Sodeutsch 65 Euro | englisch oder französisch 75 Euro
Feiertagedeutsch 65 Euro | englisch oder französisch 75 Euro
 

Erst nach Erhalt einer Führungsbestätigung von unserem Service-­Büro gilt die Führung als gebucht. 

Barzahlung und EC-Kartenzahlung möglich.

Kontakt

Kathrin Seupt
T: +49 345 21259-73
F: +49 345 20299-90
Servicezeiten: Di 9–13 Uhr | Do 13–17 Uhr
kunstvermittlung@kulturstiftung-st.de

Öffentliche Führungen

donnerstags 16.30 Uhr
samstags, sonntags, feiertags 15 Uhr

Kosten: Eintritt + 3 Euro Führungsgebühr

Bitte beachten Sie!
An den Feiertagen, die auf einen Donnerstag fallen (03.10. und 31.10.2019), finden die öffentlichen Führungen bereits 15 Uhr statt.

Kuratorenführungen am Donnerstag
24.10.2019 | 28.11.2019 | 19.12.2019 | 09.01.2020
jeweils 16.30 Uhr

Online Ticket – Öffentliche Führungen

Im Ticketshop der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt können Sie die Eintrittskarten zu unseren öffentlichen Führungen bequem im Vorfeld erwerben:

Eine Übersicht des Veranstaltungsprogramms steht Ihnen hier als Download zur Verfügung:

Begleitprogramm Sonderausstellung „Bauhaus Meister Moderne. DAS COMEBACK" (PDF-Datei, 1.7 MB)

Alle Veranstaltungen finden Sie in unserem Veranstaltungskalender:

Veranstaltungskalender

Bauhaus Meister Moderne
DAS COMEBACK


29.09.2019 – 12.01.2020
 

Flyer zur Ausstellung
(PDF-Datei, 2.5 MB)

Kuratoren

Thomas Bauer-Friedrich, Anke Dornbach, Susanna Köller

Projektberatung

Dr. h. c. Andreas Hüneke, Potsdam


Die Sonderausstellung korrespondiert mit der zweiten Präsentation der Ausstellungsreihe zu den Stiftern & Schenkern des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale):

Kabinettausstellung WEGE ZUR BURG DER MODERNE
1908–1938: Traditionen

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