Koloniale Sammlungsgeschichte

Die Ausstellung „It’s all about collecting …“ im Jahr 2024 war Anlass, die koloniale Sammlungsgeschichte unseres Museums zu erforschen. Das 1885 als Museum der Stadt Halle (Saale) gegründete Haus sammelte während der Kaiserzeit nicht nur bildende und angewandte Kunst aus Deutschland, sondern auch nicht-europäische Werke. Mit Konvoluten aus drei unterschiedlichen Quellen etablierte das Museum eine Sammlung ethnografischer Gegenstände, die um 1900 mehr als 2.500 Objekte umfasste, heute jedoch nur noch aus etwa 50 Werken besteht – ein Grund dafür, dass diese Sammlungsgeschichte bislang so gut wie nicht thematisiert, erforscht und öffentlich präsentiert wurde.

Mit den Informationen und Dokumenten, die wir auf diesen Seiten zur Verfügung stellen, möchten wir den aktuellen Stand der Forschungen zu unserer kolonialen Sammlungsgeschichte transparent machen und eine Grundlage für weiterführende Untersuchungen und Fragestellungen bieten. Wie in der Ausstellung laden wir Sie damit ein, gemeinsam mit uns kritisch nachzudenken – über die koloniale Vergangenheit Deutschlands und unseres Museums, über das Wesen des Sammelns und unser heutiges Verhältnis zu diesen Aspekten.

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Anke Dornbach
Abteilungsleiterin Sammlungen | Forschung
T: +49 345 21259-25
anke.dornbach@kulturstiftung-st.de


Um die verschiedenen Aspekte des Sammelns zu ver­deut­lichen, ver­wenden wir in den Texten unter­schied­liche Forma­tierungen des Wortes „Sammlung“.

Da Franz Emil HELLWIG mit eindeutig kommerziellen Vorsätzen und im Rahmen des deutschen Kolonialsystems „sammelte“, finden Sie seine Sammlung durchgestrichen gekennzeichnet.

Emil RIEBECK trug seine Objekte mit einem vorwiegend wissen­schaft­lichen Interesse zusammen; weil wir jedoch nicht im Detail über die Erwerbsumstände informiert sind, setzen wir seine „Sammlung“ in Anführungszeichen.

gesammelt

von Patricia Vester

Hrsg. von Christian Philipsen, Thomas Bauer-Friedrich, Anke Dornbach

27 Seiten | zahlreiche Abb.
Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, 2024
ISBN: 978-3-96502-032-0

12,95 Euro

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Am 16. November 2024 lud der Verein für hallische Stadtgeschichte zum 24. Tag der Stadtgeschichte mit spannenden Vorträgen und Diskussionen zum Thema „Halle und der Kolonialismus“ ein.

Dass auch deutsche Städte Teil der Kolonialgeschichte sind, liegt auf der Hand, besonders bei Kolonialmetropolen wie Hamburg, Bremen oder Berlin. Städte, die wie Halle auf den ersten Blick eine vermeintlich nachrangige Bedeutung für den Kolonialismus hatten, geraten erst in jüngerer Zeit in den Blick von Forschung, Vereinen und Initiativen. Daran anknüpfend stand zum einen der Stellenwert des Kolonialen für die Weltbeziehungen, für die politische und soziale Kultur sowie die Wirtschaftsstruktur Halles im Mittelpunkt der Veranstaltung. Zum anderen wurde nach der Bedeutung der Stadt für den deutschen Kolonialismus gefragt: Wie profitierten Individuen, Organisationen und Institutionen von kolonialen Machtgefällen und Hierarchien? Welchen Stellenwert erreichte der Kolonialismus in der städtischen Kultur, Politik und Wirtschaft? Welche Bedeutung erlangte und wie veränderte sich die städtische Erinnerung an den Kolonialismus in der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus sowie in der DDR? Welche Formen des Widerstands, der Subversion, des Eigen-Sinns und der Gegengeschichte lassen sich darüber hinaus in der hallischen Stadtgeschichte identifizieren?

Zum Thema „Halle und der Kolonialismus“ ist für 2026 die Veröffentlichung einer Publikation geplant, in der auch die Forschungsergebnisse des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) zur eigenen kolonialen Sammlungsgeschichte thematisiert werden.

Weitere Informationen auf www.stadtgeschichte-halle.de


Quellen, Texte, Dokumente