20. Juli 2020

Die Restaurierung des Rothenschirmbacher Altars

Teil II: Margaretha

Die heilige Margaretha von Antiochia (heute Türkei) lebte wahrscheinlich gegen Ende des 3. Jahrhunderts. Ihr Gedenktag ist der 20. Juli.

 


Legende

Die Gründe für das Martyrium der Heiligen werden unterschiedlich erzählt. Von einer christlichen Amme erzogen, nahm sie den christlichen Glauben an und weihte sich Gott. Als ihr Vater, ein heidnischer Priester, davon erfuhr, zeigte er sie beim römischen Stadtpräfekten an, der sie vor Gericht stellte. Da die schöne junge Frau seinem oder dem Begehren der Richter nicht nachgab, wurde sie aus Rache zur Folter verurteilt, mit Fackeln gesengt und in siedendes Wasser oder Öl geworfen, blieb jedoch immer unversehrt.

In einer anderen Version der Legende sah sie der Stadtpräfekt, als sie Schafe hütete, und begehrte sie für sich. Als sie sich weigerte, ließ er sie mit eisernen Kämmen reißen, mit Fackeln verbrennen und warf sie schließlich ins Gefängnis. Mehrmals soll ihr der Teufel als Drache erschienen sein, um sie zu verschlingen, doch sie entkam seinen Krallen unbeschädigt, da sie das Kreuzzeichen über ihn schlug oder, nachdem er sie mitsamt des Kreuzes verschlungen hatte, ihn dieses zersprengte und Margaretha unbeschädigt aus seinem Bauch heraustrat. Als er ihr in Menschengestalt erschien, setzte sie ihm den Fuß in den Nacken zum Zeichen seiner Machtlosigkeit über sie. Stets heilten ihre Wunden, die sie aus den Folterungen davontrug, was viele Menschen zum Christentum bekehrte. Sie alle wurden wie schließlich auch Margaretha enthauptet. Auf der Richtstätte betete sie für ihre Verfolger und alle, die sie künftig in ihren Nöten anrufen würden.

 

Überlieferung und Ikonografie

Die Legende des Martyriums der Heiligen wurde im Typus der Jungfrauen-Passiones von einem nicht zu identifizierenden Theotimos verfasst und fand zunächst in der Ostkirche, wo sie Marina genannt wird, ab dem 7. Jahrhundert dann in der Westkirche weite Verbreitung. Sie ist als Königstochter, manchmal auch als Hirtin dargestellt. Häufig wird sie von einem an der Kette liegenden Drachen begleitet und trägt ein kleines Kreuz. Andere Attribute sind das Schwert, der Kamm und die Fackel. Der Heiligen zugeschriebene Reliquien befinden sich seit 1185 in Montefiascone in der Toskana. In Belgien und Deutschland begann ihre Verehrung schon im 11. Jahrhundert und wurde besonders vom Zisterzienser-Orden gefördert.

Margaretha ist vor allem die Patronin der Bauern und Hirten und der Frauen. Sie gehört zu den vierzehn Nothelfern und mit Katharina, Dorothea und Barbara zu den vier „virgines capitales“, die häufig die Gottesmutter begleiten und im Rothenschirmbacher Altar im Mittelschrein Maria umringen. Dort steht sie rechts unten, zu ihren Füßen bäumt sich ein Drache. Wahrscheinlich hielt sie in der anderen Hand ein Kreuz.

 

Restaurierung

Zusammen mit der Figur der Dorothea nahm die Restauratorin Uta Matauschek sich die Margaretha als erste in ihrer Werkstatt vor. Die Restaurierung bestand vor allem in einer gründlichen Reinigung, bei der u. a. ein verdunkelnder Überzug aus altem Holzschutzmittel beseitigt wurde, sowie der Festigung des Holzes und der Fassung. Nun kann man in dem hübschen Gesicht der Heiligenfigur sogar ihre Wimpern sehen. Auch Einzelheiten am Drachen sind erkennbar geworden, etwa seine Zähne und auf seinem Körper rote Flecken, die wahrscheinlich Schuppen meinen.

 

Die Restaurierung wird ermöglicht dank der Unterstützung durch:


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