Der bildkünstlerische Nachlass Einar Schleefs

Der umfassende Nachlass des vielseitig begabten Künstlers Einar Schleef (1944–2001) fand nach dessen Tod zwei dauerhafte Heimstätten. Die Akademie der Künste (Berlin) übernahm sein Œuvre aus Literatur, Theater, Fotografie und Film, während sich der bildkünstlerische Nachlass des Malers seit 2004 als Dauerleihgabe im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) befindet. Er ist als geschlossenes Konvolut erhalten und umfasst 157 Gemälde, über 6.700 Zeichnungen sowie zahlreiche Druckstöcke aus über 30 Schaffensjahren des Künstlers.

Für das Museum ist der Nachlass ein Glücksfall. Künstlerisch setzen sich die frühen Arbeiten mit dem Expressionismus und seinen Vorläufern auseinander, womit sie an das Sammlungsprofil des Museums anknüpfen. In seiner stilistischen Entwicklung als Maler gehört Schleef in das Umfeld der Neuen Figuration der späten 1970er und 1980er Jahre, die den Expressionismus in Form einer freien gestischen Malweise wiederbelebte und fortführte.

Darüber hinaus bietet Schleefs Werk einen eigenständigen Beitrag zur gesamtdeutschen Kunst und Kultur in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Immer wieder ist die deutsch-deutsche Teilung Thema seiner Arbeiten, sowohl vor als auch nach seiner Flucht aus der DDR 1976.

Der künstlerische Nachlass ist bisher in zwei Ausstellungenund Publikationen veröffentlicht. Eine Gesamtpublikation des Nachlasses ist derzeit in Vorbereitung und soll 2019 zum 75. Geburtstag des Künstlers online gestellt werden.

Forschungsprojekt "Vollständige Erfassung und Erforschung des bildkünstlerischen Nachlasses von Einar Schleef"

Kabinettpräsentation „Ohne Titel [EINAR SCHLEEF]“ (ab 30.05.2019)