Things to come

Eine Film-Installation
über László, Lucia und Sibyl Moholy‑Nagy

von Angela Zumpe (Film-Installation) und Oliver Held (Skript)

Musik: Ilja Coric

 

23.06.2019 — 25.08.2019

Diese Ausstellung ist bereits abgelaufen.

Die Film-Installation THINGS TO COME thematisiert auf mehreren Projektionsflächen in verschiedenen Szenen Ereignisse aus dem Leben des Bauhaus-Meisters László Moholy-Nagy und seiner Partnerinnen Lucia und Sibyl zwischen 1929 und 1935. Es ist die Geschichte eines visionären Lichtdesigners, der am Massengeschmack des Kinopublikums scheitert.

Inspiriert von Entwürfen László Moholy-Nagys (1895–1946), des experimentellsten unter den Bauhaus-Künstlern, werden mit Projektoren und Lichtquellen Strukturen und Bilder auf Flächen im Raum verteilt. Mit Hilfe heutiger Digitaltechnik sind Momente aus Moholy-Nagys bewegtem Leben in jenem Stil zu sehen, der dem Künstler in den 1930er Jahren als das Kino der Zukunft vorgeschwebt haben mag. Die Szenen sind als Licht-Bild-Ton-Inszenierung mittels Projektion im Raum angeordnet, die das Publikum in einem Parcours durchwandert.

Von der politischen Linken als „Salonkommunist“ beschimpft, von der politischen Rechten als „Kulturbolschewist“ diffamiert, stellte sich für das Moholy-Trio die Frage einer künstlerischen Moral. Eine Debatte, die bis in unsere Gegenwart andauert.

Als László Moholy-Nagy 1923 von Walter Gropius ans Bauhaus berufen wurde, war er der mit Abstand Jüngste im Lehrkörper. Dies ist sicher einer der Gründe, warum sich Moholy-Nagy mehr als seine Kollegen Klee, Schlemmer und Kandinsky für die damals noch neuen Medien Film und Fotografie interessiert. Als er im Januar 1929 seine Lehrtätigkeit am Dessauer Bauhaus beendet, gilt es für ihn, sich ein neues Betätigungsfeld zu suchen. In Berlin versucht er zunächst als Bühnenbildner, dann als Filmemacher seine künstlerischen Visionen umzusetzen und seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Zugleich ist THINGS TO COME die Geschichte der beiden Ehefrauen des Künstlers, Lucia und Sibyl. Lucia hatte László Moholy-Nagy bei seiner Berufung ans Bauhaus 1923 zunächst nach Weimar, dann nach Dessau begleitet und mit ihm gemeinsam die Fotogramme entwickelt und maßgeblich bei den theoretischen Schriften mitgewirkt. Sibyl lernte László 1931 in Berlin kennen, folgte ihm ins Exil nach London und wanderte mit ihm 1937 in die USA aus.

Mit Beginn der 1930er Jahre wandte sich Moholy-Nagy, der als konstruktivistischer Maler seine Laufbahn begonnen hatte, verstärkt dem damals jungen Medium Film zu. Zunächst in Berlin, später im Londoner Exil versucht er sich an der Verwirklichung seiner utopischen Ideen über ein Neues Sehen. Mit seinen Überlegungen und Vorstellungen von einem grundsätzlich anderen Kino, das der gebürtige Ungar unter dem Einfluss der sowjetischen Filmavantgarde in den Jahren 1930 bis 1937 propagierte, erlitt Moholy-Nagy in einer krisengeschüttelten Zeit Schiffbruch. Seine Ideen galten zwar als künstlerisch wertvoll, aber faktisch realitätsfremd. Anders als in der Architektur, in der das Neue Bauen trotz aller Widerstände schon bald das Erscheinungsbild der internationalen Metropolen prägte, bleibt die Massenattraktion Kino ein Ort kitschiger Gefühlswelten und romantischer Lebensentwürfe.

Öffnungszeiten

Montag10–18 Uhr
Dienstag10–18 Uhr
Mittwochgeschlossen
Donnerstag10–18 Uhr
Freitag10–18 Uhr
Samstag10–18 Uhr
Sonntag10–18 Uhr
Feiertage10–18 Uhr

Bitte beachten Sie:

Der Rundgang durch die Film-Installation ist alle 60 Minuten möglich.

Einlasszeiten:
10.30 Uhr, 11.30 Uhr, 12.30 Uhr, 13.30 Uhr, 14.30 Uhr, 15.30 Uhr, 16.30 Uhr

Die Teilnehmerzahl pro Rundgang bzw. Zeitfenster ist begrenzt. Um einen reibungslosen Besuch der Ausstellung zu ermöglichen, empfehlen wir Ihnen, Ihr Ticket im Vorfeld online zu erwerben.

Eintritt

6 Euro | erm. 4 Euro

Das Ticket ermöglicht auch den Besuch der Dauerausstellung. Bitte beachten Sie, dass aufgrund von umfangreichen Ausstellungsumbauten vom 05.08.–25.08.2019 Teile der Dauerausstellung geschlossen bleiben. Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Schließzeiten im August & September

Online-Ticket

Im Ticketshop der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt können Sie die Eintrittskarten zur Sonderausstellung bequem im Vorfeld erwerben:

Gruppenpreise und Ermäßigungen

Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr.

Für Gruppen ab 10 Personen (Preis p. P.) gelten die ermäßigten Eintrittspreise.

Informationen zu den ermäßigten Eintrittspreisen

Besucheradresse

Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)
Friedemann-Bach-Platz 5
06108 Halle (Saale)

Barrierefreiheit

Das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) ist barrierefrei zugänglich. Mittels Fahrstuhl und Treppenlift sind alle Ausstellungsräume sowie die Garderoben- und Toilettenbereiche für Personen mit körperlichen Einschränkungen barrierefrei zu erreichen. An der Museumskasse steht ein Rollstuhl zur Ausleihe zur Verfügung.

Parken

Parkplatz Friedemann-Bach-Platz
73 Parkplätze direkt vor dem Museum, kostenpflichtig

Weitere Parkmöglichkeiten in der InnenstadtKarte mit Parkmöglichkeiten in der Innenstadt

Reisebusse

Parkplatz Friedemann-Bach-Platz
zwei Stellplätze für Reisebusse direkt vor dem Museum

Karte mit Parkmöglichkeiten in der Innenstadt

Nah-und Fernverkehr

Sie erreichen uns über den Hauptbahnhof Halle mit den Zügen des Nah- und Fernverkehrs. Die Stadt Halle (Saale) ist u. a. durch die neue ICE-Strecke Berlin–München und die S-Bahn Mitteldeutschland bestens angebunden. Vom Hbf bringt Sie die Tram-Linie 7 (Richtung Kröllwitz) direkt bis zur Haltestelle Moritzburgring, von hier sind es nur wenige Schritte bis zum Eingang des Kunstmuseums.

Künstlergespräch mit Angela Zumpe, Oliver Held, Ilja Coric
Moderation: Sandra Naumann, Performance-Kuratorin (Werkleitz Gesellschaft, Halle [Saale])

Donnerstag, 27.06.2019
Beginn: 18 Uhr
Kosten: 3 Euro | erm. 2 Euro

Filmgespräch und Buchvorstellung mit Angela Zumpe
Moderation: Peter Zorn (Werkleitz Gesellschaft, Halle [Saale])

Donnerstag, 11.07.2019
Beginn: 18 Uhr
Kosten: 3 Euro | erm. 2 Euro

THINGS TO COME ist ein Projekt der Kunstsammlungen Sachsen-Anhalt und erlebt seine Premiere im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale). Danach ist die Film-Installation in einem jeweils auf den Ort zugeschnittenen Setting an den weiteren Standorten der Kunstsammlungen Sach­sen-Anhalt zu erleben:

Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg

02.10. — 02.12.2019

Zweite Station der Ausstellung ist ab Oktober die Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg, die über den weltweit größten Einzelbestand an Druckgrafik des Künstlers verfügt und wie das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) Teil der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt ist.

Schlossberg 11
06484 Quedlinburg
T: +49 3946 689593 – 80
F: +49 3946 689593 - 824

www.feininger-galerie.de

Anhaltische Gemäldegalerie Dessau

14.12.2019 — 12.01.2020

Letzte Station der Tournee ist die Anhaltische Gemäldegalerie Dessau, die seit dem 31. 12. 2011 für eine umfassende Sanierung geschlossen war und nun mit THINGS TO COME vor der offiziellen Neueröffnung 2020 erstmals wieder für das Publikum geöffnet wird. Damit kehrt der Bauhaus-Meister Moholy-Nagy am Ende des Bauhaus-Jubiläumsjahres 2019 mit der Film-Installation von Angela Zumpe wieder an den Ort seines Wirkens zurück.

Puschkinallee 100
06846 Dessau
T: +49 340 61 38 74

www.georgium.de

THINGS TO COME

Eine Film-Installation über László, Lucia und Sybil Moholy-Nagy

23.06. – 25.08.2019

Flyer zur Ausstellung
(PDF-Datei, 1.7 MB)

Angela Zumpe (Film-Installation)
Oliver Held (Skript)
Ilja Coric (Musik)

Mit freundlicher Unterstützung