Stoffe, Texturen, Oberflächen

Fotografien von Hans Finsler und Heinrich Koch

02.10.2022 — 08.01.2023
Kabinettausstellung

 

Glänzende Seide, transparenter Tüll und strukturiertes Gewebe – die Fotografien von Hans Finsler arbeiten die Materialreize der verschiedenen Stoffe gekonnt heraus. Als Pionier des „Neuen Sehens“ und der Sachfotografie der 1920er Jahre entwickelte er eine innovative Bild- und Formensprache, um mit den Mitteln der Fotografie das Wesen der von ihm fotografierten Dinge und Objekte ins Bild zu bringen.

Von 1922 bis 1932 arbeitete Finsler in Halle (Saale) an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein, lehrte dort ab 1927 Fotografie und gründete die erste Klasse für Sachfotografie an einer Kunstgewerbeschule. Seine „optische Grammatik“ nutzte Nahsicht, Anschnitte, Ausschnitte sowie Variationen von Licht und Schatten, Schärfe und Unschärfe, um dem fotografierten Gegenstand visuell ansprechend gerecht zu werden. Fotografien von Stoffen bilden eine der größten Werkgruppen in seinem Nachlass, mit dem 1987 die fotografische Sammlung des Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) begründet wurde. Dazu zählen Bilder von Stoffen der Kunstgewerbeschule, Aufnahmen für die Vereinigten Werkstätten und Aufträge, die auch den Prozess der Stoffherstellung zeigen, wie die Dokumentation der Textilfabrik Heberlein & Co.

Der Bauhäusler Heinrich Koch war Finslers Schüler und übernahm 1932 dessen Lehrstelle an der Burg Giebichenstein. Er war mit Benita Koch-Otte verheiratet, welche die Abteilung Weberei an der Burg leitete. Koch entwickelte in sehr kurzer Zeit ein stringentes Œuvre, zu dem ebenfalls Aufnahmen von Stoffen gehören. Im Stil Finslers zeigen diese Bilder den Stoff als haptisches Material, das auf der zweidimensionalen Fläche des Bildes ein faszinierendes Eigenleben entfaltet.

STOFFE, TEXTUREN, OBERFLÄCHEN

Fotografien von Hans Finsler und Heinrich Koch

02.10.2022 — 08.01.2023

Kuratorin

Dr. Jule Schaffer