Dieter Goltzsche

Schenkungen des Künstlers für die Grafische Sammlung

26.06.2022 — 28.08.2022
Kabinettausstellung

 

Im Jahr 2019 öffnete der in Berlin lebende Maler und Grafiker Dieter Goltzsche (* 1934 in Dresden) sein Atelier, um dem Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) eine umfangreiche Schenkung seines Schaffens zukommen zu lassen und damit das Vorhandene substantiell zu bereichern. Die finale Auswahl beläuft sich auf 237 Blätter, vor allem Handzeichnungen, aber auch Druckgrafiken und ein Buch, und umfasst einen Querschnitt von den Anfängen in den 1950er Jahren bis in das Jahr 2018. Aus dieser Schenkung zeigt das Museum eine repräsentative Auswahl im neu gestalteten Ausstellungsraum des Westflügels, dem sogenannten Turmkabinett.

Neben frühen Werken, die nur durch die genaue Kontur, häufig in Tusche oder Kreiden und ohne Binnenschraffuren das Objekt der Zeichnung lebendig werden lassen, zeigt die Ausstellung Goltzsches Nachspüren der farbigen Temperamalerei, die er ab den 1960er Jahren für sich entdeckte. Auch die Mischtechniken, das Verwenden von Tuschen, Aquarellen und der Einsatz von farbigen Kreiden, mitunter über eigenen Drucken oder fremdem Material, wie Mustertapeten, alten Lichtdrucken, Kalenderblättern, gibt Einblick in den Kosmos dieses feinsinnigen Zeichners. Dabei misst Goltzsche dem Bildträger eine große Bedeutung zu und lädt ein, neben der Darstellung diesen als Teil des Ganzen wahrzunehmen: die zarte Struktur eines dünnen Japanpapiers, die Durchlässigkeit von Pergamentpapieren, die kräftige Materialität von Bütten- und Kupferdruckpapieren, auf denen etwa die spröden Kaltnadelradierungen besonders gut zur Geltung kommen. Diesem Fest für die Augen folgt die Titelfindung, die ganz lapidar ausfallen kann, oft aber auf subtile Art die Gedankenwelt des Betrachters zur Anregung bringt.

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Goltzsche hatte in Dresden bei Hans Theo Richter (1902–1969) und Max Schwimmer (1895–1960), der ihn 1958/59 als Meisterschüler aufnahm, studiert und arbeitete seit 1960, nachdem er sich in Berlin niedergelassen hatte, als freischaffender Künstler. Er gehörte zu den bedeutendsten Künstlern in der DDR, dem es gelang, auch international bis heute erfolgreich wahrgenommen zu werden. Dies liegt an seiner unbedingten Konsequenz, selbstbestimmt Themen zu wählen und umzusetzen, und sich von kulturpolitischen Forderungen freizumachen. Seit 1980 war er an der Kunsthochschule Berlin–Weißensee zunächst als Dozent für Grafik und von 1992 bis 2000 als Professor für Malerei und Grafik tätig. Er erhielt wichtige Auszeichnungen, wie den Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste der DDR, den Hannah-Höch-Preis des Landes Berlin sowie den Hans Theo Richter-Preis der Sächsischen Akademie der Künste und wurde 1990 zum Mitglied der Akademie der Künste in Berlin (Ost), 1993 auch der Akademie der Künste in Berlin (West), Sektion Bildende Kunst, berufen.

Goltzsches Inspirationsquelle ist alles, was ihn umgibt. Neben der menschlichen Figur sind es Landschaften, humorige Begebenheiten, kleine und unscheinbare Alltäglichkeiten, wie etwa die „Lieblingsbirne“, die ihre Erscheinungskraft in einem kleinen Blatt entfaltet, aber auch existentiell Bewegendes.

DIETER GOLTZSCHE

Schenkungen des Künstlers für die Grafische Sammlung

26.06.2022 — 28.08.2022

Kuratorin

Susanna Köller