Die Stille im Lärm der Zeit

MARC, MACKE, NOLDE
Meisterwerke aus der Sammlung Ziegler

10.02.2019 – 12.05.2019

Im Frühjahr 2019 präsentiert das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) exklusiv die hochkarätigen Werke der Sammlung Ziegler, die zu einer der bedeutendsten Sammlungen zur Kunst des Expressionismus und der klassischen Moderne in Deutschland zählt.

Die von dem Ehepaar Ziegler im Verlauf von rund 20 Jahren zusammengetragenen 44 Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen haben seit 1981 ihre Heimat im Mülheimer Kunstmuseum. In die 2002 gegründete selbstständige Stiftung kamen sowohl der Bestand von Karl und Maria Ziegler als auch diejenigen Bilder, die von der nachfolgenden Generation der Familie gesammelt worden sind: 71 weitere Werke des Expressionismus und der klassischen Moderne. Damit verfügt die Stiftung Sammlung Ziegler über 115 Werke der klassischen Moderne.

In der Zusammenschau der beiden Werkkomplexe zeigt sich die internationale Klasse der Sammlung allein schon durch die Vielzahl hochkarätiger Arbeiten des rheinischen Expressionisten August Macke: Ein Werkblock von 15 Gemälden und Aquarellen findet seinesgleichen nur noch in Bonn und Münster. Mit besonderem Schwerpunkt auf den Bildern von Emil Nolde, Franz Marc, Lyonel Feininger, Erich Heckel, Alexej von Jawlensky und Paul Klee umfasst die Sammlung weitere wichtige Werke, u. a. von Max Beckmann, Lovis Corinth, Otto Dix, Ernst Ludwig Kirchner, Oskar Kokoschka, Käthe Kollwitz, Oskar Moll, Otto Mueller, Paula Modersohn-Becker, Hans Purrmann, Christian Rohlfs und Karl Schmidt-Rottluff.

Mit dieser Ausrichtung fügt sich die Präsentation der Sammlung Ziegler ideal in das Profil des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) wie auch in das Moderne-Jahr 2019.

Wegen Sanierungsarbeiten wird das Kunstmuseum in Mülheim an der Ruhr 2018/19 geschlossen. Aufgrund der engen Verbindungen zur Stadt Halle (Saale) kann das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) im Frühjahr 2019 exklusiv die Sammlung Ziegler in Halle (Saale) präsentieren, bevor sie über die Kunsthalle Emden an die Ruhr zurückkehrt.
 

Das Sammlerpaar Karl und Maria Ziegler

Seit den späten 1950er Jahren hat der Chemiker und Nobelpreisträger Karl Ziegler (1898–1973) zusammen mit seiner Frau Maria die einzigartige Sammlung zur modernen Kunst aufgebaut. Der aus dem hessischen Helsa stammende Wissenschaftler war von 1936 bis 1945 Direktor des Chemischen Instituts der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. 1938 wurde er Mitglied der Leopoldina, der Nationalen Akademie der Wissenschaften. Seit seiner Berufung an das Kaiser-Wilhelm-Institut für Kohlenforschung (heute Max-Planck-Institut) in Mülheim an der Ruhr leitete er dieses bis 1969. 1963 erhielt er für die Erfindung eines Verfahrens zur Massenproduktion von Kunststoffen wie Polyethylen und Polypropylen den Nobelpreis für Chemie. Mit den Einnahmen aus seinen Patentrechten für die Normaldruckpolymerisation konnte der Forscher das Institut über Jahrzehnte hinweg finanziell unabhängig stellen und für ihn selbst eröffnete sich die Möglichkeit, seine Kunstsammlung mit Bildern von internationalem Rang zu bereichern und auszubauen.

Der Grundstein für die Sammlung wurde 1958/59 gelegt. Die Bilder spiegeln die Liebe zu Natur und Garten sowie zu Orten, denen die Eheleute eng verbunden waren. Bei den Ankäufen ließen sich die Eheleute nur selten beraten, vertrauten weit häufiger ihrer Intuition und gaben den eher hellen und intimen Bildern den Vorzug. „Ausschließlich die Freude am Schönen war jeweils der Anlass zum Erwerb der uns umgebenden Kostbarkeiten“, äußerte sich Karl Ziegler später einmal. Gesammelt wurde demnach nicht nach kunsthistorischen Gesichtspunkten, sondern nach rein ästhetischen Vorlieben, wobei Karl und Maria Ziegler die Bilder fast immer gemeinsam aussuchten. Aus diesem intuitiven Zugang zur Kunst entwickelte sich eine konsistente Kunstsammlung, die einen sehr persönlichen Einblick in die Malerei des frühen 20. Jahrhunderts gewährt.

Das Ehepaar Ziegler und die Stadt Halle (Saale)

Eine besondere Verbindung besteht zwischen dem Sammlerpaar, seiner Sammlung und der Stadt Halle (Saale). Zum einen lebte und wirkte das Ehepaar zwischen 1936 und 1945 in der Saalestadt, zum anderen erwarb es nach dem Zweiten Weltkrieg eines der Gemälde aus dem Halle-Zyklus, den Lyonel Feininger zwischen 1929 und 1931 in der Moritzburg in Halle (Saale) malte. Der Zyklus wurde 1937 von den Nationalsozialisten als „entartet“ vollständig beschlagnahmt. Heute befinden sich wieder drei der ehemals elf Gemälde im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), darunter das 2009 zurück erworbene „Roter Turm I“. Mit der Sammlung Ziegler wird 2019 sein Pendant „Roter Turm II“ temporär zurückkehren, was einen außerordentlichen Glücksfall für das Museum bedeutet.

Öffnungszeiten

Montag10–18 Uhr
Dienstag10–18 Uhr
Mittwochgeschlossen
Donnerstag10–18 Uhr
Freitag10–18 Uhr
Samstag10–18 Uhr
Sonntag10–18 Uhr
  
Feiertage10–18 Uhr
24.12. und 31.12.geschlossen

Eintritt

10 Euro | erm. 7 Euro
Das Ticket ermöglicht auch den Besuch der Dauerausstellung.

 

Gruppenpreise und Ermäßigungen

Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr.

Für Gruppen ab 10 Personen (Preis p. P.) und zur „Blauen Stunde" (ab 17 Uhr) gelten die ermäßigten Eintrittspreise.

Informationen zu den ermäßigten Eintrittspreisen

ÖPNV-Rabatt

Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist (S‑Bahn, Zug, Bus, Tram) erhält bei Vorlage einer aktuellen Bahnfahrkarte oder eines MDV-Verbundtickets 2 Euro Ermäßigung auf den Eintrittspreis (8 Euro statt 10 Euro, erm. 5 Euro statt 7 Euro). Der Rabatt muss vor dem Kauf des Tickets nachgewiesen werden. Nachträgliche Barauszahlungen sind nicht möglich.

Anreise mit Bahn und Bus

Sie erreichen uns über den Hauptbahnhof Halle mit den Zügen des Nah- und Fernverkehrs. Vom Hbf bringt Sie die Tram-Linie 7 (Richtung: Kröllwitz) direkt bis zur Haltestelle Moritzburgring, von hier sind es nur wenige Schritte bis zum Eingang des Kunstmuseums.

Individuelle Führungen | Führungen für Reisegruppen


Teilnehmerzahl
bis 25 Personen je Führungsgruppe
(Gruppen können auch parallel geführt werden)

Führungsdauer
ca. 1,5 h oder individuell nach Absprache

Kosten
Eintrittspreis pro Person + Führungsgebühr pro Gästeführer

Führungsgebühr
Mo–Frdeutsch 60 Euro | englisch oder französisch 70 Euro
Sa–Sodeutsch 65 Euro | englisch oder französisch 75 Euro
Feiertagedeutsch 65 Euro | englisch oder französisch 75 Euro
 

Erst nach Erhalt einer Führungsbestätigung von unserem Service-­Büro gilt die Führung als gebucht. 

Barzahlung und EC-Kartenzahlung möglich.

Kontakt

Kathrin Seupt
T: +49 345 21259-73
F: +49 345 20299-90
Servicezeiten: Di 9–13 Uhr | Do 13–17 Uhr
kunstvermittlung@kulturstiftung-st.de

Öffentliche Führungen

Jeden Samstag 15 Uhr, Eintritt zzgl. 3 Euro

Kuratorenführung mit Wolfgang Büche
16.03.2019 | 15 Uhr

YoungArt – Erste Wahl! 
Jugendliche Cicerones (Museumsbegleiter) stellen ihre Lieblingsbilder vor.

23.02.2019
09.03.2019
23.03.2019 
13.04.2019
04.05.2019
11.05.2019  jeweils 15 Uhr

 

Sonderführungen

Nicht nur für Senioren 
Di | 26.03.2019 | 14 Uhr
Kosten: 6 Euro

Führung für Menschen mit Demenz und Begleitung
Di | 26.03.2019 | 16.30 Uhr
Kosten: 5 Euro (Eintritt frei für Begleitperson)

Führung in einfacher Sprache
Di | 02.04.2019 | 16.30 Uhr
Kosten: 5 Euro

Museumsnacht 2019
Sa | 11.05.2019 | 18.30, 19.30, 20.30 Uhr 

Weitere Informationen im Veranstaltungskalender

DIE STILLE IM LÄRM DER ZEIT
Marc, Macke, Nolde

Meisterwerke aus der Sammlung Ziegler

10.02.2019 – 12.05.2019

Kurator

Wolfgang Büche

In Kooperation mit der Stiftung Sammlung Ziegler in Mülheim an der Ruhr