Die Stille im Lärm der Zeit

MARC, MACKE, NOLDE
Meisterwerke aus der Sammlung Ziegler

10.02.2019 – 12.05.2019

Im Frühjahr 2019 präsentiert das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) die hochkarätigen Werke der Sammlung Ziegler, die zu den bedeutendsten Privatsammlungen zur Kunst des Expressionismus und der klassischen Moderne in Deutschland zählt.

Im Jahr 1981 gelangte die Sammlung des Naturwissenschaftlersund Nobelpreisträgers Karl Ziegler und seiner Ehefrau Maria als Schenkung in das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr. Seither wurde die damals 44 Werke umfassende Sammlung durch die nachfolgende Generation mit weiteren Ankäufen ergänzt.

Im Jahr 2002 erfolgte die Überführung der Sammlung in eine selbstständige Stiftung. Diese umfasst Gemälde und Arbeiten auf Papier des Expressionismus von Franz Marc, August Macke, Alexej von Jawlensky, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Emil Nolde, aber auch Werke der Bauhaus-Meister Lyonel Feininger, Paul Klee und Oskar Schlemmer sowie Einzelpositionen von Max Beckmann, Karl Hofer oder Otto Dix.

Karl und Maria Ziegler begannen 1958 mit dem Erwerb von Kunstwerken, dabei gänzlich ihren privaten Vorlieben folgend. Es sind nicht die Pathos geladenen Werke der Expressionisten, die Eingang in ihre Sammlung fanden. Vielmehr bilden Stillleben und Landschaften, Tier- und Menschendarstellungen den intimen Charakter der Kunstsammlung. Damit stellt sich ein interessanter Dialog zum öffentlichen Sammeln der Kunst der Moderne durch das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) her.

Der Wissenschaftler und Kunstsammler Karl Ziegler

Karl Ziegler (1898–1973) wirkte von 1936 bis 1945 als Direktor des Chemischen Instituts der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und von 1943 bis 1969 als Leiter des Kaiser-Wilhelm-/ Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr. Das erklärt die Verbindung der Familie zur Stadt Halle (Saale) und die Beheimatung der Sammlung in Mülheim an der Ruhr, stellt 74 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges aber auch zu beantwortende Fragen nach den Grenzen der Freiheit von Wissenschaft und Kunst in politischen und gesellschaftlichen Kontexten – Fragen, denen das Begleitprogramm für die Ausstellung nachgeht.

Den Nobelpreis erhielt Karl Ziegler 1963 gemeinsam mit dem italienischen Forscher Giulio Natta. Schon 10 Jahre zuvor hatte er das Patent zur Herstellung von hochmolekularem Polyethylen bei Normaldruck und Raumtemperatur mit Hilfe von metallorganischen Mischkatalysatoren angemeldet. Mit den Einnahmen aus den Patentrechten konnte er nicht nur das Mülheimer Max-Planck-Institut über Jahrzehnte hinweg finanziell unabhängig stellen, sondern auch eine Kunstsammlung von internationalem Rang aufbauen, die er später dann der Öffentlichkeit zugänglich machte.

Im Jahr 1967 erwarb Ziegler das Gemälde Roter Turm II (1930) von Lyonel Feininger, dessen Schicksal engstens mit der Stadt Halle (Saale) verbunden ist: Es ist Teil der zwischen 1929 und 1931 entstandenen Halle-Serie des Künstlers. Alle 11 Gemälde des Zyklus wurden von der Stadt für das Museum erworben, allerdings 1937 in der Aktion „Entartete Kunst“ beschlagnahmt. Heute befinden sich wieder drei Gemälde im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale). Mit Roter Turm II kehrt somit ein viertes für die Zeit der Ausstellung in seinen ursprünglichen Entstehungs- und Sammlungskontext zurück.

Öffnungszeiten

Montag10–18 Uhr
Dienstag10–18 Uhr
Mittwochgeschlossen
Donnerstag10–18 Uhr
Freitag10–18 Uhr
Samstag10–18 Uhr
Sonntag10–18 Uhr
  
Feiertage10–18 Uhr
24.12. und 31.12.geschlossen

Eintritt

10 Euro | erm. 7 Euro
Das Ticket ermöglicht auch den Besuch der Dauerausstellung.

Gruppenpreise und Ermäßigungen

Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr.

Für Gruppen ab 10 Personen (Preis p. P.) und zur „Blauen Stunde" (ab 17 Uhr) gelten die ermäßigten Eintrittspreise.

Informationen zu den ermäßigten Eintrittspreisen

Audioguide

2 Euro (Pfand 5 Euro)

Fotoerlaubnis

2 Euro

Dauerticket

28 Euro | erm. 23 Euro
Das Ticket ist nur an der Museumskasse erhältlich und berechtigt zum unbegrenzt wiederholten Besuch der Ausstellung während der Laufzeit.

Besucheradresse

Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)
Friedemann-Bach-Platz 5
06108 Halle (Saale)

Barrierefreiheit

Das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) ist barrierefrei zugänglich. Mittels Fahrstuhl und Treppenlift sind alle Ausstellungsräume sowie die Garderoben- und Toilettenbereiche für Personen mit körperlichen Einschränkungen barrierefrei zu erreichen. An der Museumskasse steht ein Rollstuhl zur Ausleihe zur Verfügung.

Parken

Parkplatz Friedemann-Bach-Platz
73 Parkplätze direkt vor dem Museum, kostenpflichtig

Weitere Parkmöglichkeiten in der InnenstadtKarte mit Parkmöglichkeiten in der Innenstadt

Reisebusse

Parkplatz Friedemann-Bach-Platz
zwei Stellplätze für Reisebusse direkt vor dem Museum

Karte mit Parkmöglichkeiten in der Innenstadt

Nah-und Fernverkehr

Sie erreichen uns über den Hauptbahnhof Halle mit den Zügen des Nah- und Fernverkehrs. Die Stadt Halle (Saale) ist u. a. durch die neue ICE-Strecke Berlin–München und die S-Bahn Mitteldeutschland bestens angebunden. Vom Hbf bringt Sie die Tram-Linie 7 (Richtung Kröllwitz) direkt bis zur Haltestelle Moritzburgring, von hier sind es nur wenige Schritte bis zum Eingang des Kunstmuseums.

Individuelle Führungen | Führungen für Reisegruppen


Teilnehmerzahl
bis 25 Personen je Führungsgruppe
(Gruppen können auch parallel geführt werden)

Führungsdauer
ca. 1,5 h oder individuell nach Absprache

Kosten
Eintrittspreis pro Person + Führungsgebühr pro Gästeführer

Führungsgebühr
Mo–Frdeutsch 60 Euro | englisch oder französisch 70 Euro
Sa–Sodeutsch 65 Euro | englisch oder französisch 75 Euro
Feiertagedeutsch 65 Euro | englisch oder französisch 75 Euro
 

Erst nach Erhalt einer Führungsbestätigung von unserem Service-­Büro gilt die Führung als gebucht. 

Barzahlung und EC-Kartenzahlung möglich.

Kontakt

Kathrin Seupt
T: +49 345 21259-73
F: +49 345 20299-90
Servicezeiten: Di 9–13 Uhr | Do 13–17 Uhr
kunstvermittlung@kulturstiftung-st.de

Öffentliche Führungen

Jeden Samstag 15 Uhr, Eintritt zzgl. 3 Euro

Kuratorenführung mit Wolfgang Büche
16.03.2019 | 15 Uhr

YoungArt – Erste Wahl! 
Jugendliche Cicerones (Museumsbegleiter) stellen ihre Lieblingsbilder vor.

23.02.2019
09.03.2019
23.03.2019 
13.04.2019
04.05.2019
11.05.2019  jeweils 15 Uhr

 

Sonderführungen

KunstGenuss
Do | 07.03.2019 | Franz Marc, Schlafendes Reh, 1913
Do | 04.04.2019 | Lyonel Feininger, Der Rote Turm II, 1930
Do | 09.05.2019 | August Macke, Mutter mit Kind, 1910
Beginn: jew. 12.30 Uhr (Dauer 20‑30 Min)
Kosten: 3 Euro | erm. 2 Euro

Nicht nur für Senioren 
Di | 26.03.2019 | 14 Uhr
Kosten: 6 Euro

Führung für Menschen mit Demenz und Begleitung
Di | 26.03.2019 | 16.30 Uhr
Kosten: 5 Euro (Eintritt frei für Begleitperson)

Führung in einfacher Sprache
Di | 02.04.2019 | 16.30 Uhr
Kosten: 5 Euro

Museumsnacht 2019
Sa | 11.05.2019 | 18.30, 19.30, 20.30 Uhr 

Weitere Informationen im Veranstaltungskalender

Aktuelle Informationen zum Begleitprogramm der Sonderausstellung finden Sie in unserem Veranstaltungskalender. Eine Übersicht des Veranstaltungsprogramms steht Ihnen hier als Download zur Verfügung:

Begleitprogramm Sonderausstellung „Die Stille im Lärm der Zeit" (PDF-Datei)

Expressionismus und Klassische Moderne. Die Sammlung Ziegler

Michael Kuhlemann

Hrsg. Stiftung Sammlung Ziegler im Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr

München : Hirmer, 2014
ISBN: 978-3-7774-2203-9
35 Euro (erhältlich in unserem Museumsladen)

DIE STILLE IM LÄRM DER ZEIT
Marc, Macke, Nolde

Meisterwerke aus der Sammlung Ziegler

10.02.2019 – 12.05.2019 Ausstellungsflyer (PDF-Datei)

Kurator

Wolfgang Büche

In Kooperation mit der Stiftung Sammlung Ziegler in Mülheim an der Ruhr

Mit freundlicher Unterstützung