Die Ausstellung

SITTES WELT
Willi Sitte: Die Retrospektive

 

Es gibt keinen prädestinierteren Ort als das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) für diese Ausstellung! Zum einen hat Willi Sitte den größten Teil seines Lebens in der Saalestadt verbracht, zum anderen beweist das Museum mit seiner 2017/18 neu eingerichteten Sammlungspräsentation Wege der Moderne. Kunst in Deutschland im 20. Jahrhundert, wie man mit einer sachlich-objektiven Präsentation erfolgreich zur Auseinandersetzung mit der Kunst in der DDR beitragen kann.

Hier geht's zum virtuellen Rundgang durch die "Kunst in der SBZ/DDR zwischen 1945 und 1990" mit Werken von Willi Sitte.

 

 

Die Ausstellung erstreckt sich über zwei Ebenen im gesamten Westflügel der Moritzburg. Im 1. Obergeschoss findet auf ca. 1100 qm die eigentliche retrospektive Vorstellung des Gesamtwerks statt. Ein weitestgehend chronologischer Parcours ist in thematische Cluster gegliedert. Einen zentralen Raum nehmen die Werke der 1940er bis 1960er Jahre ein, die die entscheidenden Entwicklungsjahre Willi Sittes waren – sowohl künstlerisch als auch in seinem Verhältnis zu Staat und Partei.

 

Willi Sitte: Leuna 1921, 1965–1966, Öl und Tempera auf Hartfaserplatte, 270 x 480 cm (4 Tafeln à 270 x 120 cm), Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, Foto: bpk / Nationalgalerie, SMB / Klaus Göken © VG Bild-Kunst, Bonn 2021
Willi Sitte: Leuna 1969, 1967–1969, Öl und Tempera auf Hartfaserplatte, 275 x 490 cm (4 Tafeln, je 275 x 122,5 cm), Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, Foto: bpk / Nationalgalerie, SMB / Klaus Göken © VG Bild-Kunst, Bonn 2021


Der große Ausstellungsraum im 2. OG wird auf ca. 400 qm ein Dutzend seiner großformatigen Programmbilder von den 1950er Jahren bis in die 1980er Jahre vereinen, Arbeiten wie:

  • Der Untergang der Napoleonischen Armee in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813, 1956
  • Der Kampf der Thälmann-Brigade in Spanien, 1958
  • Memento Stalingrad, 1961
  • Die Überlebenden, 1963
  • Leuna 1921, 1965
  • Leuna 1969, 1968
  • Der Höllensturz in Vietnam, 1966/67
  • Mensch, Ritter, Tod und Teufel, 1969/70
  • Sie wollten nur Schreiben und Lesen lehren, 1985

In einem weiteren Segment zwischen beiden Ausstellungsteilen steht auf ca. 200 qm Fläche anhand von historischen Dokumenten sowie Medienstationen der Kulturpolitiker Willi Sitte als Präsident des Verbands Bildender Künstler zur Entdeckung und Diskussion.

 

Willi Sitte: Memento Stalingrad, 1961, Mischtechnik auf Hartfaser, jeweils 153,5 x 120 cm, Predella: 123 x 240 cm, Berlin, Akademie der Künste, Kunstsammlung, Inv.-Nr.: E 24; Foto: Ilona Ripke © VG Bild-Kunst, Bonn 2021
Willi Sitte: Die Überlebenden. 1963, Mischtechnik auf Hartfaserplatte, 200 x 350 cm, Predella: 121 x 350 cm, Dresden, Albertinum, Galerie Neue Meister, Gal.-Nr. 3614, Foto: Albertinum | GNM, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Elke Estel/Hans-Peter Klut © VG Bild-Kunst, Bonn 2021
Willi Sitte: Höllensturz in Vietnam, 1966/67, Triptychon, Öl auf Hartfaser, 272 × 482 cm, Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), Foto: Punctum/Bertram Kober © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

 

Die Ausstellung versteht sich dezidiert als Teil der Aufarbeitung des Kunst- und Kultursystems in der DDR. Damit stellt das Projekt 30 Jahre nach der Wiedervereinigung einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der als Staatskunst apostrophierten Kunst Willi Sittes dar.

Anhand repräsentativer Werke aus öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland wird Sittes Entwicklung im Sinne des Sozialistischen Realismus wie auch im Widerspruch zu diesem sichtbar. Die Basis der ausgestellten Werke bilden der repräsentative eigene Sammlungsbestand des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale), Arbeiten aus dem Nachlass des Künstlers sowie bedeutende Leihgaben aus der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin und dem Museum der bildenden Künste in Leipzig.

 

 

Mit freundlicher Unterstützung

In Kooperation mit

Partner

SITTES WELT
Willi Sitte: Die Retrospektive

03.10.2021 — 09.01.2022

Kuratoren

Thomas Bauer-Friedrich und Dr. Paul Kaiser, Dresden, unter Mitwirkung von Dr. Eckhart Gillen, Berlin, und Dr. Dorit Litt, Bonn


Die Ausstellung wird im Jahr 2023 in adaptierter Fassung im Museum de Fundatie im niederländischen Zwolle zu sehen sein.