LEVON I. (1187–1219)

Ein armenischer König
im staufischen Outremer

 

18.05.2019 – 28.07.2019
Kabinettausstellung

Mitteldeutsche Eliten pilgerten oder zogen auf Kreuzzügen im Mittelalter in den Nahen Osten. Das Heilige Land und vor allem Jerusalem wurden jedoch von Saladin 1187 erobert. Kaiser Barbarossa wollte es mit einem großen Heer zurückgewinnen. Zu seinen wichtigsten Verbündeten gehörte Levon I. (1187–1219). Diese spannende Geschichte dokumentieren und erzählen Münzen, die damals genauso wie heute Zeitungen von den Ereignissen berichteten. Die Ausstellung blickt auf die Außenpolitik der Staufer und die Outremer (= Kreuzfahrerstaaten) im östlichen Mittelmeer. Sie verdeutlicht zudem den Kulturtransfer in dieser Zeit.

Am 2. Mai 2019 jährt sich der 800. Todestag von König Levon I. von Armenien. Levon übernahm im Jahr 1187 die Regierung des bis dato nur regional agierenden armenischen Fürstentums im südostanatolischen Kilikien - in einer Zeit einer tiefen Krise der Kreuzfahrerstaaten, die in Folge der Niederlage in der Schlacht bei Hattin (4. Juli 1187) vor ihrer völligen Auslöschung standen. Levons Fürstentum wurde Refugium für unzählige Flüchtlinge und wichtiger Partner für die Kreuzzugsplanungen von Päpsten, Kaisern und Königen. Bald schon agierte Levon als „global player“, der mit den Päpsten über Fragen der Kirchenunion und mit Kaiser Friedrich I. Barbarossa über eine Statuserhöhung zum König verhandelte.

 


Die Ausstellung verdeutlicht den Kulturtransfer zwischen West und Ost, zwischen den heutigen Staaten Deutschland und Armenien, durch die wechselseitige Übernahme von Herrschaftsikonografie und Repräsentationszeremonien. Hierbei spielt die mittelalterliche Königslandschaft im Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt eine zentrale Rolle. Mitteldeutsche Brakteaten sind erstrangige romanische Kleinkunstwerke, die wie keine anderen Werke detaillierte Bildinformationen überliefert haben und zugleich die Monetarisierung und Etablierung einer Finanzverwaltung im Staatswesen nachvollziehbar machen.

Münzen sind als Massenkommunikationsmittel die mobilen Nachrichtenträger des Mittelalters. Sie vervielfachen die Ideen der Herrschaftsikonografie der Zeit. Darüber hinaus werden so bedeutende Kleinkunstwerke der Romanik aus Sachsen-Anhalt  wie die Hallesche Ottoschale und ein Türklopfer von einem Vorgängerbau der halleschen Marktkirche aus der Sammlung Kunsthandwerk & Design des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) die Funktion der Münzen als Formen herrschaftlicher Repräsentation untermauern.

Die Ausstellung wird vornehmlich durch private Leihgaben ermöglicht. Sie wird durch ein wissenschaftliches Symposium begleitet, das vom MESROP-Zentrum für armenische Studien der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg am Samstag, dem 18. Mai 2019, veranstaltet wird.

LEVON I. (1187–1219)

Ein armenischer König im staufischen Outremer

18.05.2019 – 28.07.2019

Kuratoren

Ulf Dräger in Zusammenarbeit mit Dr. Stefan Moeller

Mit freundlicher Unterstützung