Turmkabinett Albert Ebert

Dem Werk des halleschen Malers Albert Ebert (1906–1976) ist ein Kabinett im zweiten Obergeschoss des Nordwest-Turms gewidmet, dessen Gestaltung auf seine zumeist kleinen, in delikater Farbigkeit leuchtenden Holztafeln abgestimmt ist. Es wurde 2009 mit der Unterstützung der Stiftung der Saalesparkasse eingerichtet.

Das Museum besitzt mit 27 Gemälden aus den eigenen Beständen und 10 Dauerleihgaben der Stiftung der Saalesparkasse, dem gesamten druckgrafischen Werk sowie 12 Zeichnungen und kolorierten Drucken die größte öffentliche Sammlung des Künstlers.

Der „Rousseau der Saale“

Das Werk Albert Eberts steht in der Kunst des 20. Jahrhunderts für seine besondere Originalität. Aus einfachen Verhältnissen stammend, fasste der gelernte Maurer nach seiner Rückkehr aus dem Krieg und einer schweren Erkrankung den Entschluss, Maler zu werden. Die Grundlagen der Malerei lernte er an der halleschen Kunsthochschule in der Burg Giebichenstein und von befreundeten Künstlern.

Seine Bildwelten reichen vom märchenhaft glücklichen Kinderfest bis zur abgründigen Groteske, seine Paradiese liegen an den vom Schein bunter Lampions erleuchteten Ufern der Saale.

Seine kleinformatigen Gemälde behandelte Ebert vom Malgrund bis zum Rahmen in altmeisterlicher Manier. Eberts hintergründiger Witz und sein im Wesentlichen autodidaktisch entwickelter künstlerischer Ausdruck blieben unberührt von den kulturpolitischen Forderungen der DDR.

Als „Rousseau von der Saale“ wurde er von Kennern geschätzt. Lange stand er am Rand des offiziellen Kunstgeschehens. Breite und offizielle Anerkennung fand er erst mit einer großen Ausstellung im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) kurz vor seinem Tod 1976.


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Kopfmotiv Foto: Blick in den Ausstellungsbereich „Turmkabinett Albert Ebert“ | Foto: Siegfried Gergele | © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 für die Werke von Albert Ebert